TuS N-Lübbecke – Chaos pur!

Zunächst zu den üblichen Fakten: Saison 18/19: 2.Bundesliga, Platz 7, 43:33 Punkte nach 38 Spieltagen, Tordifferenz von +41, Rechtsaußen Peter Strohsack mit 150 Toren. Klingt alles gar nicht so dramatisch, oder? Die Wahrheit: dramatisch ist noch untertrieben!

Rückblick zur 17/18 im Winter: Der TuS verpflichtet Dener Jaanimaa von der MT Melsungen. Was für eine Ansage im Abstiegskampf! Dazu hat man recht schnell den Kader für die kommende Saison zusammen. Natürlich ist der Kader für die Saison 18/19 auf die 1.Bundesliga ausgerichtet. Somit ist klar: Der TuS aus Nettelstedt will mit aller Macht in der Bundesliga bleiben und plant dementsprechend. Jaanimaa hat also einen sehr hochdotierten Vertrag bis 2021 unterschrieben, der allerdings auch für die zweite Liga gültig ist. Worst-Case-Szenario? Der TuS steigt ab und hat einen teuren Kader, der das mindeste an geforderter Leistung nicht bringt, schafft den direkten Wiederaufstieg im ersten Jahr nicht, erleidet einen Wirtschaftlichen Schaden und gibt gegenüber Fans und Sponsoren ein erbärmliches Bild ab. Und genau das ist passiert!

Dazu kommt, dass der Kader nicht nur seine sportlichen Ziele total verfehlt hat, sondern die Mannschaft, wenn man sie so nennen durfte, zu keinem Zeitpunkt in der Lage war, nach schwachen Ergebnissen ihren Charakter und den Willen gezeigt hat, um das Ruder herumzureißen. Nebenbei war es einem bereits erwähnten Spieler wichtiger, sich für etwas besseres zu halten oder ständig in sozialen Medien mit Alkohol und anderen Dingen zu posieren.

Wer verpflichtet solche Spieler? Natürlich der Manager. Allerdings läuft es hier auch im Vorfeld etwas anders beim TuS. Denn der aktuelle Trainer gibt seine Empfehlungen für Spieler-Transfers ab, die er gerne in seinem Team hätte. Das Management, in Person von Zlatko Feric, versucht die Wünsche zu realisieren und führt die Vertragsgespräche. Somit bleibt auch festzuhalten, dass in beiden erwähnten Bereichen, große Fehler festzustellen sind. Leider keine einmalige Geschickte, denn wer den TuS aus Nettelstedt schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass dort bereits seit längerer Zeit massive Fehler begangen worden sind. Es ist einfach unfassbar und nicht zu akzeptieren, was beim TuS in letzter Zeit alles falsch läuft!

Wir hoffen das die Saison 19/20 deutlich ruhiger und besser läuft!

TBV Lemgo Lippe – Erneut Überrascht

Willkommen zum Saisonrückblick vom TBV Lemgo Lippe. Der neue Name im Bezug auf die Region Lippe hat zunächst einmal ein gutes Omen bewiesen. Zunächst die Fakten:

Der TBV hat die Saison mit einem 12.ten Tabellenplatz, 26:42 Punkten und einem Torverhältnis von -24 Toren beendet. Klingt alles recht solide und wenig überraschend. Doch wie der Überschrift zu entnehmen ist, finden wir, das die Saison des TBV erneut als eine Überraschung einzustufen ist. Warum? Ganz einfach: Wenn man sich den Kader der Lemgoer und denen der Konkurrenten anguckt, wie denen von Minden, Hannover (übrigens sehr schwache Saison), oder Leipzigs Kader, die nur einen(!) Punkt besser gewesen sind, dann wird schnell klar, dass es nicht selbstverständlich ist, die Serie so zu beenden.

Das bemerkenswerte dabei: Lemgo hat die letzten 6(!) Spiele alle verloren! Hätte man in den Spielen noch ein paar Punkte geholt, wäre man wohl noch an Leipzig und eventuell an Wetzlar und Erlangen vorbeigezogen. Doch hierfür gibt es eine einfache Erklärung, warum dies eigentlich garnicht mehr möglich gewesen ist: Der fast komplette Rückraum fehlte im Saisonendspurt verletzt aus. Nationalspieler Tim Suton und der Halb-Linke Schwede Jonathan Carlsbogard, verletzen sich Anfang Mai für den Rest der Saison. Dazu kommt, dass sich der Ungarische Halb-Rechte, Donat Bartok, im März einen Knorpelschaden zugezogen hatte und schon im Vorfeld für den Rest der Saison ausfiel.

Ohne Verletzungspech hätte es für den TBV wohl eine richtig geile Saison werden können. Hut ab vor der Leistung der Mannschaft und vor allem vor dem Trainerteam um Florian Kehrmann!

Weiterhin darf erwähnt werden, dass die beiden Torhüter, Johannsson und Wyszomirski, beide mindestens 30% der Würfe auf ihr Tor gehalten haben, nicht schlecht! Toptorschütze Tim Hornke (215 Treffer) wird nächste Saison in Magdeburg spielen und sicher vermisst werden.

An der vergangenen Saison gibt es also wenig zu kritisieren, vielleicht sieht das nach den nächsten 34 Spieltagen der kommenden Saison ja schon ganz anders aus..

GWD Minden – Ein Auf und Ab

Die Saison 2018/2019 endete für Minden mit einem 30:31 in Ludwigshafen, die dadurch das Wunder vom Klassenerhalt tatsächlich noch schaffen konnten.

Doch direkt zu GWD: Insgesamt steht man mit einem 14.ter Tabellenplatz mit 24:43 Punkten und einem Torverhältnis von -35 Toren im Tableau. Auffällig ist jedoch, das Dankersen in der Hinrunde 16 und in der Rückrunde nur noch 9 Punkte holte. Auch daran ist zu sehen, dass für das Team von Frank Carstens deutlich(!) mehr drin gewesen ist. Schließlich hat man zu Beginn der Saison auf den neuen Rückraum-Linken, Savvas Savvas (Hildesheim) verzichten müssen, weshalb Deutschlands Nationalspieler Marian Michalczik viele Minuten gesehen hat und insgesamt eine gute Serie, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr, gespielt hat.

Toptorschütze für Minden war der Norwegische Rückraum-Rechte Christoffer Rambo mit 138 Toren und 108 Assists.

Von den Ergebnissen war die Saison recht konstant. Man hat keine böse Niederlage gegen Teams, die am Ende die Plätze 4-18 belegt haben, hinnehmen müssen.

Das katastrophale 19:39 in Kiel am 32. Spieltag muss allerdings erwähnt werden. Des Weiteren hat man viermal mit nur einem Tor Differenz verloren und somit wichtige Punkte um bessere Platzierungen verspielt. Zu den positiven Highlights der Saison sind sicher die Heimsiege in der Mindener Kampa-Halle gegen Stuttgart (38:25) und gegen Gummersbach (40:28).

Abseits des Spielfeldes sorgte eine Überraschung für viele Schlagzeilen in Minden:

Der Vertrag von Dalibor Doder wird nicht verlängert! Dabei zeigte Doder eine durchweg gute Leistung und war unserer Meinung sogar stärker als in den 1-2 Jahren zuvor. Warum der Sportvorstand diese Entscheidung getroffen hat, erläutern wir in der Saisonvorschau in den kommenden Wochen.

Thema Sportvorstand: Frank von Behren, Geschäftsführer Sport und sein Kollege Markus Kalusche, haben Ihre Verträge um ein Jahr bis 2020 verlängert. Sehr kurze Vertragslaufzeit für den Herren, die sich um die Finanzen und um die Kaderzusammenstellung kümmern. Zudem sei erwähnt, dass beide Verträge erst Angang April(!) verlängert wurden. Da hat man sich in Dankersen viel Zeit gelassen. Hintergrund: man ist, bzw. war sich nicht 100%ig sicher, ob GWD zwei Geschäftsführer leisten kann und will.

Im ganzen bleibt festzuhalten, dass Minden eine, wie bereits erwähnt, gute Einzelspiele gezeigt hat, jedoch in der Rückrunde und besonders ganz am Ende der Serie, einfach zu viel liegen gelassen hat. Es wäre mit diesem Kader wirklich mehr drin gewesen. Den Kader haben wir vor der Saison, im Vergleich zu dem vom TBV Lemgo oder dem der HSG Wetzlar, als stärker eingestuft. Am Ende muss sich Minden aber knapp hinter diesen Teams mit einen enttäuschenden 14ten Tabellenplatz „zufrieden“geben.

Gummersbach? Neuaufbau!

Der VfL Gummersbach spielt in der kommenden Saison, das erste mal überhaupt in seiner Vereinshistorie, zweitklassig. Wahnsinn, oder? Wie ist es dazu gekommen? Und wie geht es mit dem ehemaligen Bundesliga-Dino weiter?

Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass der VfL Gummersbach in der zurückliegenden Saison, eine durchgehend schwache Leistung gezeigt hat, die mit dem durchaus verdienten Abstieg endete. Die letzten Sekunden beim Entscheidungsspiel am 34.Spieltag in Bietigheim sagen sehr viel über den Saisonverlauf aus. Keine Ideen, kein Plan.

Wie geht es jetzt für den VfL Gummersbach weiter?

Fakt ist, es wird einiges bis zum Saisonstart in Liga 2 passieren. Trainer Torge Greve wird sicherlich alles daran setzen, den VfL direkt wieder in Liga 1 zu hieven. Einen guten Kader hat er, stand jetzt, beisammen. Fraglich ist allerdings, wer den VfL noch verlassen wird. Besonders um Shootingstar Ivan Martinovic, mit 141 Toren Top-Torschütze des VfL, ranken sich Gerüchte, er könnte auch in der kommenden Saison in der ersten Handball Bundesliga spielen. Aufgrund seiner Leistung sicher gut vorstellbar, denn Martinovic hat sich in seinem ersten Jahr, nicht nur Aufgrund seiner vielen Tore, in den Fokus anderer Vereine gespielt. Als mögliche Ziele in der Bundesliga sind Mannschafen wie Hannover oder Göppingen für den 21-Jährigen Kroaten zu nennen. Ein Abgang wäre für Gummersbach ein erneuter schwerer Schlag. Außerdem bleibt zu beobachten, was Stanislav Zhukov bei einem Angebot eines anderen Vereins machen wird. Der 27-jährige Ukrainer gehört nächste Saison sicher zu den Topverdienern beim VfL, konnte seine starken Leistungen aus der Vorsaison allerdings nicht konstant bestätigen.

Welche Zu- und Abgänge stehen bereits für die kommende Saison fest?

Im Tor ersetzt der Kroate Flip Ivic die langjährige Nummer 1 Carsten Lichtlein, der erstklassig bleibt und zum HC Erlangen wechselt. Ivic kommt aus Kielce. Der Norweger Erik Køpp wechselt hingegen zurück in seine Heimat Norwegen nach Kristiansand. Ihn ersetzen wird der Österreicher Alexander Hermann von der HSG Wetzlar, der mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Aus Kroatien von HC PPD Zagreb kommt Kreisläufer Tin Kontrec. Er muss die Lücke von Moritz Preuss schließen, der sich dem SC Magdeburg anschließt. Als vierten Neuzugang hat der VfL Lukas Blohme vom ASV Hamm-Westfalen für Rechtsaußen verpflichtet, der gute Chancen hat, Tobias Schröter den Platz streitig zu machen. Im gesamten werden die Abgänge, stand jetzt, gut ersetzt. Besonders spannend wird es sein, wie sich die Neuzugänge, mit Ausnahme von Blohme, der die zweite Liga gut kennt, präsentieren werden. Vom Kader her, wird der VfL Gummersbach eine Top-3-Mannschaft in der kommenden zweiten Bundesliga stellen. Bleibt abzuwarten, wie gut der VfL den Abstieg verkraftet und die neuen Spieler sich einfinden. Außerdem sei erwähnt, dass jeder Gegner in der zweiten Liga sicher besonders motiviert sein wird, wenn es um zwei Punkte gegen den großen VfL Gummersbach geht. Ein zumindest kleiner Neuaufbau wird beim VfL definitiv nötig sein, schließlich sieht es auch finanziell alles andere als rosig aus. Der direkte Wiederaufstieg ist daher die absolute Pflicht.