Bergischer HC – Super-Jahr! Wiederholung?

So langsam steigt die Spannung auf die neue Handball-Bundesliga Saison. Auch im Bergischem Land freut man sich auf die neue Spielzeit. Die erste Frage die sich viele stellen: Gelingt den Bergischen Löwen erneut eine Super-Saison?

Der Bergische HC absolvierte sein Vorbereitungstrainingslager im österreichischem Köflach. Nach dem Trainingslager gab es direkt eine Titelverteidigung. Gut, okay, die Deutsche Meisterschaft oder der DHB-Pokalsieg ist es natürlich nicht, aber man gewinnt erneut den Linden-Cup mit einem 33:30 gegen Bundesliga Konkurrent GWD Minden. Dazu muss man sagen, dass auch bei den Bergischen Löwen das Verletzungspech eingekehrt ist. Denn auf Nr.1 Kreisläufer Max Darj und den langzeitverletzten Daniel Fontaine musste man bisher in nahezu allen Testspielen verzichten. Linus Arnesson wurde laut Coach Hinze auch noch geschont. Fabian Gutbrod hat übrigens ein Tagebuch aus dem Trainingslager verfasst, sehr interessant und kreativ. 😉

Kommen wir auch direkt zum Kader. In Abwesenheit von Max Darj werden Leos Petrovsky und Rafael Baena am Kreis für Wirbel sorgen, garnicht mal so schlecht dieses Kreisläufer Trio. Auf den Außenpositionen hat man rechts Arnor Gunnarsson und Yannick Fraatz, sowie auf links Jeffrey Boomhouwer und Neuzugang Sebastian Damm, der aus Lübeck kam. Könnte sicher auch schlechter sein! Und wenn wir uns nun den Rückraum anschauen, fällt einem erst so richtig die breite des Kaders auf. Alle Positionen sind die ehemaligen Solinger mindestens dreifach (!!) besetzt. Dazu zählen auch die jungen Jonas Dell und Alexander Weck aus der eigenen Jugend. In Abwesenheit von Darj ging es im Trainingslager in Österreich auch darum, den Mittelblock in der Abwehr variabler aufzustellen. So durften sich vor allem Weck und Lukas Stutzke (kam aus Dormagen) neben Csaba Szücs beweisen. Im Tor hat man mit Neuzugang Tomas Mrkva aus Balingen definitiv an Qualität zum Vorjahr gewonnen! Auch Linkshänder Ragnar Johansson, der aus Hüttenberg kommt, kennt die Bundesliga und wird einige Minuten auf Halbrechts sehen. Für uns ist der Schwedische Nationalspieler Linus Arnesson der Ausnahmespieler beim BHC. Er ist einfach ein überragender Spieler mit brutalen Assists- und Abschluss-Fähigkeiten. Bemerkenswert: Arnesson erklärte den schwedischen Medien im November 2011, dass er unter Alkoholproblemen litt. Er hatte täglich nach dem Training bei seinem früheren Klub Redbergslids getrunken. Zum Glück ist er nun gesund.

Zu unserer Einschätzung zur neuen Spielzeit: Der BHC, der übrigens seine Heimspiele in Wuppertal, Solingen oder Düsseldorf austragen kann, wird auch in der kommenden Saison eine gute bis sehr gute Rolle spielen. Allerdings wird es erneut nicht ganz für die Teilnahme am internationalen Geschäft reichen und man belegt am Ende Platz 7-9. Damit wird man sicher nicht ganz unzufrieden sein. Man darf sich dann auch auf Neu-Nationalspieler David Schmidt im rechten Rückraum freuen, der 2020 aus Stuttgart kommt. Wirtschaftlich ist man auch gut aufgestellt. Besonders sympathisch: Als einziger Bundesligist veröffentlicht der BHC die Wirtschaftszahlen. Super! Wir hoffen, dass andere Klubs nachziehen werden. Der Gesamtetat lag in der letzten Saison übrigens bei 3,4 Millionen€.

Zum Auftakt geht es übrigens direkt zum Aufsteiger nach Nordhorn. Das erste Heimspiel in der Klingenhalle in Solingen findet gegen die Turngemeinde Melsungen am 2. Spieltag statt. Wir wünschen dem BHC viel Erfolg!

Frisch Auf! Göppingen – gute Saison bestätigen

Grüßt euch! Heute mit einem neuen Beitrag zu den Schwaben aus Göppingen. Die vergangene Saison war die beste seit 15/16. Göppingen konnte die Hälfte ihrer Spiele gewinnen und hatte bis zum Schluss die Chance noch in den EHF-Cup einzuziehen. Einen erneuten Versuch wird man nun wieder starten.

Zur Kadersituation: Mit Ritterbach (Minden), Damgaard (Holstebro), Prost (Wilhelmshaven) und Schöngarth (Hamburg) hat man vier Spieler abgegeben. Der Wechsel in die 3.Liga von Prost klingt durchaus überraschend. Dennoch konnte er dort einen Vierjahresvertrag unterschreiben, welches wohl sein letzter Vertrag mit guten Konditionen und langer Laufzeit sein sollte. Schöngarth hat Leistungsmäßig deutlich abgebaut und hat eine katastrophale Saison hinter sich. Er hat zwar weiterhin einen guten Wurf, viel mehr aber auch nicht. Ritterbach war lange verletzt und wird nun sein Glück in Minden versuchen. Damgaard gab früh seinen Wechsel in die Heimat bekannt. Alles in allem keine schwerwiegenden Abgänge aus Göppinger Sicht.

Zu den Neuzugängen: Uhr Kastelic wird Primoz Prost im Tor ersetzen. Er kommt aus Zagreb und wird zusammen mit Daniel Rebmann das Gespann bilden. Wir sind gespannt, wie sich Kastelic an die Bundesliga gewöhnt. Nicolai Theilinger kommt vom Rivalen aus Erlangen. Der Linkshänder ist im Rückraum Zuhause und kennt die Bundesliga. Eine große Eingewöhnungszeit wird er nicht benötigen. Zum Schluss kommt noch Till Hermann vom MTV Großenheidorn aus der Oberliga und ersetzt Ritterbach. Ein Riesen Schritt für Hermann, der in einem Probetraining überzeugte und einen Zweijahresvertrag unterschrieb.

Göppingen befindet sich nun mitten in der Vorbereitung und konnte am Wochenende einen Turniersieg verbuchen. Man gewann das hochklassige Marktplatzturnier in Theilingers alten Heimat in Esslingen. Im Finale besiegte man die MT Melsungen mit 28:24. Weitere Teilnehmer waren Lemgo, Schaffhausen, Erlangen und Bietigheim. Sebastian Heymann weilt unterdessen noch bei der U21-EM, der gestern 4 Tore beim 29:20 Sieg gegen Norwegen beisteuerte. Vor dem Trainingslager in Lauterbach findet noch das Turnier in Altensteig statt. Dort kann es im Halbfinale und in den Finalspielen zu Duellen mit Wetzlar, Stuttgart, Bietigheim, Balingen oder dem FC Porto kommen.

Aus finanzieller Sicht konnte man einen weiteren Sponsor gewinnen. Liqui Moly, der Schmierstoffspezialist aus Ulm, ist nicht nur als neuer Namensgeber der HBL eingestiegen, sondern auch als A-Sponsor in Göppingen. Glückwunsch dazu.

Wir schätzen Göppingen mindestens genauso stark ein, wie in der vergangenen Saison. Genauer gesagt, sehen wir nach 34 Spielen zwei bis vier Punkte mehr auf dem Konto. Man wird sich mit Erlangen, Hannover und dem Bergischen HC um die Plätze 7-10 streiten.

Füchse Berlin – wird Bob ungeduldig?

Grüßt euch! Neuer Beitrag heute zu den Füchsen Berlin. Die Berliner sind gestern in ihre Saisonvorbereitung gestartet.

Sportlich war die vergangene Saison sicher kein komplettes Desaster. Allerdings war man auch deutlich unzufrieden. Besonders Bob Hanning brachte es auf den Punkt und meinte, dass es nicht Berlins Anspruch sei, so zu spielen, bzw. so viele Spiele abzugeben. Man möchte in Berlin weiterhin hoch hinaus, keine Frage. Alleine in der letzten Saison haben die Füchse doppelt(!) so viele Punkte abgegeben, wie im Jahr davor. Das ist schon wirklich heftig. Insgesamt gab es 15 Niederlagen in der Bundesliga. Da wundert es einen doch schon, dass Geschäftsführer Bob Hanning nicht noch deutlicher geworden ist. Intern war es sicherlich der Fall. Die schwache Saison reichte dennoch für die erneute Teilnahme am EHF-Cup (18/19 im Finale an Kiel gescheitert). Das wird sicher das Minimalziel gewesen sein.

Um eine ähnliche Saison zu vermeiden, schlug man auf dem Transfermarkt ordentlich zu. Top-Torhüter Dejan Milosavljev kommt vom Champions-League-Sieger RK Vardar Skopje. Er wird nächstes Jahr ein Trio mit Martin Ziemer (aus Hannover) und Silvio Heinevetter bilden. Definitiv spannend drei Top-Torhüter im Kader zu haben, bevor es Heinevetter nächstes Jahr nach Melsungen zieht. Qualitativ wird man da somit keine Probleme in der neuen Saison bekommen. Der zuletzt unglückliche Malte Semisch wechselt dagegen nach Minden. Weiterhin verstärkt man sich mit Michael Müller aus Melsungen, der besonders in der Abwehr zuhause sein wird. Es wird definitiv dunkel für die gegnerische Offensive! Ein halber Neuzugang ist zudem Simon Ernst der erneut lange verletzt ausfiel. Bleibt er fit und kann sein Potential abrufen, so ist er ein Gewinn auf der Mittelposition.

Unserer Meinung nach werden die Füchse erneut Platz 5 oder 6 belegen. In der Champions-League sehen wir Berlin nicht. Positiv festzuhalten ist die Jugendarbeit. Außerdem gefällt uns die Torhüter Konstellation und die variabel einsetzbaren Spieler, wie Drux, Wiede(für uns einer der besten halb-rechten der Welt) und Mandalinic, die mehrere Positionen im Rückraum spielen können. Auch die Abwehr mit Gojun, Müller und Marsenic ist sehr gut! Schwachstellen haben die Berliner auf Linksaußen, wo man Elisson nach Lemgo abgab. Struck und Matthes ist uns zu wenig. Außerdem darf sich im rechten Rückraum, sowie am Kreis keiner verletzten, da man dort sonst starke Probleme die Saison über bekommt.

Auch im Sinne von Trainer Velimir Petkovic muss die Saison deutlich besser werden. Versace-Bob wird ansonsten frühzeitig am Trainerstuhl sägen müssen.